4. Mai 2018

Schwalbenlehmstelle

Die Schwalben sind wieder aus dem Süden zurück, um hier bei uns ihre Nester zu bauen und die Jungen großzuziehen. Von vielen Menschen werden sie als Glücksbringer und Sinnbild für das Ende des Winters erwartet. Doch die Populationen gehen immer mehr zurück, die Schwalben haben große Probleme. Sie sind vom massiven Insektensterben besonders betroffen, da sie ihre Nachkommen ausschließlich mit fliegenden Insekten ernähren müssen. Auch beim Brutplatzbau müssen sie in letzter Zeit mit einem weiteren Problem kämpfen. Für den Neubau und die Renovierung ihrer Nester brauchen sie feuchten Lehm als Baumaterial, damit die Nester an den Wänden kleben bleiben.  Obwohl in unserer Gegend Lehm als natürliches Baumaterial fast überall zur Verfügung stehen könnte, sind offene Lehmstellen auf Wegen und Brachflächen aber durch  die Versiegelungen selten geworden. Die extrem trockenen Frühjahre verschärfen das Problem. 

Seit einigen Jahren ruft deswegen der BUND dazu auf, den Schwalben feuchten Lehm anzubieten. Dies ist besonders zu Beginn der Brutzeit wichtig, weil jetzt viele Nester neu gebaut werden oder ausgebessert werden müssen. Im Regenrückhaltebecken in Jüchen hatten die BUND-Aktiven vor 2 Jahren dafür eine offene Lehmstelle eingerichtet. Auf den BUND-Aufruf zur Schwalbenhilfe hin ist in Aldenhoven eine Lehmstelle auf einem Garagendach gebaut worden. Auch die BUNDSpechte  möchten, dass der Nestbau für die Schwalben ohne Probleme erfolgen kann. Deswegen wollen die BUNDSpechte allen Tierfreunden zeigen, dass es eigentlich ganz einfach ist, den Schwalben Lehmstellen anzubieten.

Ihr erster Vorschlag: eine Teichfolie wird einige Zentimeter als Wanne in den Boden eingegraben, mit Lehm aufgefüllt und immer mal wieder mit einem Eimer Wasser feucht gehalten.

Der zweite Vorschlag für die Baumaterialhilfe ist besonders geeignet für Stellen auf Pflasterungen, Garagendächern oder als zeitlich begrenztes Angebot nur während der Brutzeit. Für diese sogar  transportable Wanne empfehlen die BUNDSpechte von einer rechteckigen Speißwanne die Wände bis auf eine Wannen-Höhe von 10 - 15 cm abzuschneiden und diese flache Wanne mit Lehm zu füllen. Fertig!

Damit für diese verschiedenen Varianten auch Lehm als Füllung zur Verfügung steht, hat der Bauhof der Gemeinde für den BUND Jüchen freundlicherweise einen Container mit lehmiger Erde befüllt. Der Container steht ab sofort auf dem Parkplatz des Friedhofes in Gierath.  Von hier können alle Schwalbenhelfer den Lehm für eine eigene Lehmstelle mitnehmen.

Die neue Schwalbenlehmstelle sollte an Orten angeboten werden, wo die Schwalben beim Anflug die Umgebung gut überblicken können, also nicht in dicht bepflanzter Umgebung oder in der Nähe von Gebüsch, wo z.B. Katzen lauern können.

15. Mai 2015

Lehmstelle auf dem Dach

Familie Tober hatte lange auf ihre Schwalben gewartet, die jedes Jahr am Haus brüteten. An verschiedenen Orten hatten sich bereits Schwalben eingefunden, nur nicht an ihrem Wohnhaus in Aldenhoven. Besorgt fragten sie beim BUND Jüchen um Rat, woran es liegen könnte. Genau an dem Tag als die Hausbesichtigung erfolgen sollte, flogen die ersten Mehlschwalben ums Haus und inspizierten die alten Nester. Sie hatten sich halt nur etwas verspätet.

Im Gespräch über Schwalben im Einzelnen und Besonderen, wurde natürlich auch das BUND-Thema des des letzten Monats erläutert, nämlich Lehmstellen für Schwalben einzurichten. Im Mai hatte die Ortsgruppe des BUND und die BUNDSpechte selbst große Lehmstellen für Schwalben eingerichtet und dazu aufgerufen, in den Ortschaften an verschiedenen Stellen auf Weiden, Wegen oder in Gärten für Schwalben feuchten Lehm als Baumaterial zur Verfügung zu stellen. In den letzten Jahren war es gerade im Frühjahr zu der Zeit extrem trocken, zu der die Schwalben  für den Neubau und die Reparatur der Schwalbennester dieses feuchte Baumaterial brauchen. Hier war Hilfe gefragt.

Dieter Tober ist ein Mann der Tat und ein erfahrener Handwerker. Also wurde nicht lange überlegt, ob für die Schwalben eine Lehmstelle eingerichtet werden sollte. Es ging bereits nach kurzer Zeit nur um die beste Umsetzung. Um den freien Anflug zu garantieren, fiel schnell das Garagendach für eine solche Lehmstelle in die engere Auswahl.  Es folgte ein bisschen Fachsimpeln über die Form, das Material und die Konstruktion, über mögliche Lehmquellen, über die Dachneigung, und wie der Lehm auf dem Dach feucht gehalten wird.  Das Vorhaben war jetzt fest eingeplant. 

Schon ein paar Tage später hatte Dieter Tober die Lehmstelle fertig gestellt und konnte sie dem BUND stolz demonstrieren.

Nun hofft der BUND Jüchen natürlich, dass das Beispiel Schule macht und viele Garten- und Grundstücksbesitzer sich auch an eine Umsetzung der Schwalbenhilfe herantrauen. Diese Lehm-Stellen können ganz unterschiedlich gebaut sein, sie müssen den Schwalben nur bei freiem Anflug ermöglichen, den feuchten Lehm aufzunehmen.

Mittlerweile haben die Schwalben zwar ihre Nester fertig gestellt, doch feuchter Lehm wird weiterhin gebraucht, für Reparaturen  und auch bald für die zweite Brut im Sommer.

14. Mai 2014

Lehmstellen für Schwalben

Die ersten Schwalben waren dieses Jahr besonders früh aus dem Süden zu uns gekommen, was wohl an dem außergewöhnlich sommerlichen Frühlingswetter lag. Doch für die Schwalben hatte dieses trockene Wetter auch einen großen Nachteil. Es gab für sie kaum Baumaterial für ihre Nester, denn die feuchten Lehmstellen waren fast alle ausgetrocknet.

Deswegen hat der BUND Jüchen die Schwalbenhilfe auch um diesen Aspekt erweitert. Im Regenrückhaltebecken in Jüchen hat die BUND-Ortsgruppe  eine Lehmstelle eingerichtet. Unterstützt wurde die Aktion vom Abwasserbetrieb der Gemeinde. Durch die Nähe zum Wasser des Regenrückhaltebeckens können die Schwalben hier jetzt immer feuchten Lehm zum Nestbau finden. Weiterer Vorteil dieser Stelle ist die Möglichkeit für die Schwalben, die Umgebung gut zu überblicken und frei anzufliegen.

Als ersten Teil für das Schwalbenschutzprojekt hatte der BUND Jüchen vor 2 Jahren zu einer großen Bestandsaufnahme aufgerufen. Dann hatten die BUNDSpechte selber Schwalbennester hergestellt und diese an verschiedene Interessenten verteilt. Künstliche Nisthilfen sind aber immer nur Hilfestellungen, wenn es zu wenige natürliche Brutorte oder Brutmaterial gibt. Schwalben können ihre Nester selber bauen, wenn es feuchten Lehm gibt und an den Gebäuden und in den Ställen das Anbringen der kunstvollen Lehmnester durch raue Oberflächen an Steinen und Putz möglich ist.

In unserer versiegelten Umgebung finden die Schwalben allerdings kaum noch natürliche Lehm-Pfützen. Meist werden sie aufgefüllt und planiert. Damit verschwinden die wichtigen Stellen, an denen die Schwalben feuchtes Baumaterial finden können. Dieses Jahr war es durch die Trockenheit besonders schwierig für die Vögel. Selbst dort, wo sie letzten Frühling noch Pfützen vorgefunden hatten, war der Boden durch die wochenlange Trockenheit hart. Diesen harten Boden können die Schwalben nicht aufnehmen.

Der BUND Jüchen ruft dazu auf, den Schwalben nach alter Tradition wieder zu helfen. Früher war die Freude groß, wenn Schwalben am Haus brüteten. Sie galten als Glückbringer, für die selbstverständlich auch die Lehmstellen hergerichtet wurden.  Natürliches Baumaterial zur Verfügung zu stellen, ist in unserer Gegend eigentlich nicht schwer, denn der Untergrund besteht aus lehmigen Boden. Dieser lehmige Boden muss nur an geeigneten Stellen offen  gehalten werden und besonderes im Frühjahr immer mal wieder nass gemacht wird.

Da Schwalben die Lehmstellen nur anfliegen, wenn sie sich sicher fühlen, sollten die Lehmstellen für die Schwalben mit freiem Überblick angelegt sein, also nicht in der Nähe von Gebüsch, wo Katzen lauern können.  Dann sind alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Brut gegeben. Der Nestbau unter der Traufkante oder in Ställen kann so erfolgen.

Auch wer an dem eigenen Haus nur glatte Fassaden hat, kann den Schwalben helfen, indem  nachträglich an die Fassade im Traufbereich raue Bauelemente angebracht werden. 

26. November 2012

Neue Quartiere für Vögel und Fledermäuse

Mit umfangreicher technischer Unterstützung und in großer Höhe wurde die 2. BUNDSpecht-Maßnahme zur ökologischen Aufwertung der Scheune im Scheulenbend durchgeführt. Neben Fledermauskästen hängt an der Giebelseite der Scheune im Scheulenbend ein Turmfalkenkasten und an der Traufseite zwei Doppelnester für Mehlschwalben. 

mehr zur Aktion

 

Schwalben und Mauersegler gesucht!

Die Silhouetten der gesuchten Vögel
Die Silhouetten der gesuchten Vögel

Die ersten Schwalben und Mauersegler sind zurück!

Eine Schwalbe macht zwar noch keinen Sommer, aber sobald die ersten Schwalben am Himmel zu sehen sind, ist der Winter vergessen und zumindest ein Vorgeschmack von Sommer zu spüren. 

Schwalben und Mauersegler gehören zu den beliebten Vögeln, doch ihre Anzahl ist seit Jahren rückläufig. Der BUND des Rhein-Kreis-Neuss möchte diesen beliebten Vögeln gerne helfen. Um Lösungsmöglichkeiten erarbeiten zu können, müssen in einem ersten Schritt zunächst die Nistplätze im Kreisgebiet erfasst werden. Dabei arbeitet der BUND mit der Biologischen Station im Rhein-Kreis Neuss in Dormagen zusammen.

Wenn die Schwalben und Mauersegler im Mai aus ihren Überwinterungsgebieten in Afrika zurückkehren, brauchen sie Brutmöglichkeiten. Während Schwalben ihre aus Lehm gebauten Nester außen an Hauswände oder innen an Stallwänden befestigen, brüten Mauersegler in kleinen Mauerritzen unter dem Dach. Doch diese Nistmöglichkeiten werden immer seltener.

-       Auf vielen Bauernhöfen sind in den letzten Jahren bei den Stall-Modernisierungen die Einfluglöcher geschlossen worden, so dass die Rauchschwalben keine Brutplätze finden. 

-       Bei Renovierungen sind Häuser mittlerweile so hermetisch abgedichtet, dass Mauersegler selbst kleine Mauerritzen nicht mehr finden.

-       Mehlschwalben sind sogar mit mehreren Problemen konfrontiert:

Auf vielen glatten Hauswänden haften die Lehmnester nicht mehr.

Leider werden auch immer noch Mehlschwalbennester abgeschlagen, weil unter den Nestern Kot der Jungtiere anfällt. Dies ist nicht nur gesetzlich verboten, sondern auch unnötig, denn das Problem könnte durch das Anbringen eines kleinen Kotbrettes unter dem Nest schnell gelöst werden.

Schwalben und Mauersegler leben gerne in der Nähe der Menschen und vertilgen eine Unmenge Fliegen und Mücken. Deswegen waren Schwalbennester am Haus und in den Ställen früher herzlich willkommen. An diesen gegenseitigen Nutzen will der BUND erinnern und wieder für eine positive Einstellung und Unterstützung der fliegenden Akrobaten werben.

Unsere BUND-Kreisgruppe bittet aktuelle Sichtungen und Nistplätze von Schwalben und Mauerseglern (pdf)  zu melden. Auf dem Vordruck (pdf) fragen wir nach Ort und Zeitpunkt der Beobachtung, der Vogelart und der Anzahl der Tiere. Unsere Ansprechpartner vor Ort stehen Ihnen gerne für Auskünfte zur Verfügung, unter bund.juechen@bund.net  oder telefonisch 02182/5451 oder 02181/479412.

Möchten Sie Mehlschwalben ein neues Zuhause bieten und haben einen passenden Dachüberstand? Unter den ersten 5 Interessenten verlosen wir ein kostenloses Doppelnest mit Kotbrett. Melden Sie sich einfach mit Ihren Kontaktdaten und einer kurzen Ortsbeschreibung bei dieser Emailadresse: bund.neuss@bund.net

 

Die Silhouetten der gesuchten Vögel
Mehlschwalben im Nest-wikipedia.org C. Ableiter
Mehlschwalben im Nest
Rauchschwalbe im Flug-wikipedia.org cactus26
Rauchschwalbe im Flug
Mauersegler im Flug-wikipedia.org Klaus Roggel




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